Ja, ich gebe es zu – ich bin einer von den Spaltern, die lieber gebrauchte Fahrzeuge bei eBay kaufen, anstatt der notleidenden Modellbahnindustrie ihre Neuproduktion abzukaufen. Der Nachteil dabei ist natürlich, dass man oft nicht weiß, in welchem Zustand das Modell denn ist, das einem gerade so günstig in der e-Bucht vor die Flinte läuft. Weitere Frage – die technische Ausstattung. Ist vielleicht doch eine Digitalschnittstelle vorhanden, hat die Lok ein isoliertes oder isolierbares Motorschild (bei Fleischmann-Loks) oder muss ich weitere 30 Euro investieren um das alte Schätzchen für die modernen Zeiten auszurüsten?

Bei der Beantwortung dieser Fragen unterstützen einen kleine Helferlein im Web, darunter:

  • www.hfkern.gmxhome.de – Helmut Kern hat umfangreiche Listen über die meisten Loks und Wagen der wichtigsten Hersteller. Äußerst hilfreich bei der Bestimmung des (Mindest-)Alters bestimmter Modelle oder Bestimmung einer Artikelnummer zu einer gegebenen Betriebsnummer.
  • Step’s Waggon-Archiv – ist ein bestimmter Wagentyp überhaupt epochegerecht einsetzbar? Welche Alternativen gibt es?
  • Modellbahn-Wahn – Martin Treutler zeichnet die Modellgeschichte zahlreicher Loks nach. Hilft gewaltig bei der Auswahl der „richtigen“ Lok aus dem oft unübersichtlichen Wust – manchmal will man eben nicht das detailmäßig vereinfachte Modell sondern die Super-Mega-Overkill-Edition.

Es gibt allerdings auch Fälle, da hilft einem das Internet nicht weiter. Bei eBay bot letztens jemand einen Altbau-Packwagen von Liliput an, Nr. 28900. Ich hätte wirklich gerne vorher gewusst, welche Vorbildbauart der Wagen darstellt. Das Web konnte mir nicht helfen. Ich habe dann die Katze im Sack gekauft. Jetzt ist der da, und ich halte mal an dieser Stelle für die Nachwelt fest: Liliput 28900 ist ein Düe 938.